Sep 052011
 

8.Etappe von Kinlochleven nach Glen Nevis (ca. 21km).
Die finale Etappe auf dem West Highland Way! Nach einer entspannten Nacht in meiner kleinen Hütte habe ich morgens erfreut festgestellt, das sich der nächtliche Regen verzogen hat und strahlendem Sonnenschein gewichen ist. Beim Abmarsch kamen aber leider wieder Wolken auf.

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Hinter Kinlochleven verlässt der Weg Loch Leven und steigt hinauf ins Lairigmor. Diesem einsamen Hochtal folgt man für die nächsten Meilen, fernab jeder Straße. Bei dem heutigen Wetter einabsoluter Genuss. Ein stetiger Wechsel von Sonne und Wolken sorgt für das richtige Highlandfeeling. Darum bin ich hier!

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Vorbei an den Ruinen von Tigh-na-sleubhaich und Lairigmor erreicht man oberhalb des Lochan Lunn Da-Bhra, in welchem ein verwunschener Wasserbüffel leben soll, den Bach Allt nan Gleannan. Diesem folgt der Weg bis zu seiner Quelle unterhalb des Übergangs ins Glen Nevis.

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Ben Nevis versteckte sich, wie zu erwarten, in den Wolken. Auf einer breiten Forststrasse folgt der langgezogene Talabstieg zur Jugendherberge Glen Nevis.
Morgen stehen die letzten drei Meilen zum Schlussstein des West Highland Way an. Mit einer kurzen Unterbrechung geht damit der erste Teil meines Urlaubs zu Ende. Insgesamt hatte ich großes Wetterglück. Es hat Spaß gemacht, mal wieder auf einem Fernwanderweg unterwegs zu sein, welcher abwechslungsreich durch sehr schöne und einsame Glens, entlang Loch Lomond und vieler weiterer Seen und Bäche verläuft und mit Conic Hill und Devil’s Staircase wunderschöne Ausblicke auf die umliegende Landschaft bietet.

Sep 042011
 

7.Etappe von White Corries nach Kinlochleven (ca. 15km).
Es fühlt sich gut an, wieder auf dem West Highland Way zu wandern!

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Mit dem Bus ging es durch das Glencoe zurück nach White Corries, den Kreuzungspunkt zwischen der Straße und dem Weg. Vorbei an Kings House Hotel, Glen Etive und dem Eingang zum Glencoe ging es auf den Passübergang bei Devil’s Staircase.

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Wenn man schon in den Alpen gewandert ist, verliert der Anstieg seinen Schrecken. Der felsige Pfad ist durchgehen gut zu begehen. Hab gemerkt, das meine Kondition stimmt und hab das Ganze ohne Pause durchgezogen.
Nach Überqueren der Passhöhe sieht man bald über das Blackwater Reservoir und Rannoch Moore in eine unberührte und weite Landschaft. Bei gutem Wetter – Sonnenschein – reines Genusseandern. Oberhalb der ersten Druchstufe des Wasserkraftwerks erreicht man die Fahrstrasse, welche Kinlochleven mit dem Blackwater Reservoir verbindet. Auf ihr geht es stetig bergab hinein nach Kinlochleven.
Direkt hinter dem Wasserkraftwerk, dem letzten Überbleibsel einer großen Aluminiumhütte, und am River Leven, liegt das Blackwater Hostel. Hier hab ich mir eine gemütliche Fasshütte für die Nacht gesichert.

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Jetzt lass ich den Tag im Highland Getaway bei einem leckeren Burger und dem ein oder anderen Pint Cider ausklingen.

Sep 042011
 

Hey, es fühlt sich gut an, wieder unterwegs zu sein. Bin mit dem Bus von Crianlarich Ins Glencoe gefahren. Spektakuläre Fahrt! Erst über das einsame und verlassene Rannoch Moor und dann hinabins Glencoe. Sehr enges Tal mit vielen Wasserfällen und beeindruckender Berglandschaft ringsum.

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Im Visitor Centre wird die wechselvolle Geschichte des Tales sehr schön erklärt und dargestellt. Nach einer kleinen Stärkung im zugehörigen Café hab ich mir am Ranger Post die nötigen Infos und den Weg zur Jugendherberge besorgt. Bin dann den Rest des Tages gemütlich im Tal herumgewandert.

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Die beiden ruhigeren Tage haben mir sichtlich gut getan. Fühl mich wieder fit und freue mich, morgen wieder auf dem West Highland Way zu wandern.

Sep 022011
 

Hab es mal wieder geschafft: letzte Nacht nur zwei Stunden geschlafen und heut dann mit Fieber aufgestanden. Na Klasse! Bin also einen Tag länger in Crianlarich geblieben. Der einzige Trost ist der Regen und das mein Zelt jetzt trocken bleibt.
Hab den Tag dazu genutzt, meinen Urlaub umzuplanen.

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Anstatt den Knoydart-Trail nach Glendinnan zu wandern, bleib ich jetzt noch ein paar Tage in der Juhe Ratagan am Loich Duich mitten in den Highlands. Über Eilean Donan und Kyle of Lochalsh geht es dann auf die Isle of Skye. Hier rufen Broadford, Portree und Uig.

Sep 012011
 

4.Etappe von Inverarnan nach Crianlarich (ca. 12,5km).
Langstrecke gab es schon, heute war Kurzstrecke angesagt. Am Nachmittag hatte ich deshalb viel Zeit zum Wäschewaschen, Zelt trocknen und Faulenzen.
Von Beinglas Farm geht es den ganzen Tag entlang des River Falloch bis Crianlarich. Am Anfang ist der Weg breit und ähnelt einer Fahrstraße. Er schlängelt sich innerhalb des Tales immer tiefer in die Highlands.

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Zwischen lichten Baumbestand hindurch bieten sich immer wieder Ausblicke auf den River Falloch. Neben ruhigen Stellen finden sich immer wieder Kaskaden, über welche der Fluss sich in die Tiefe stürzt.

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Hinter Derrydaroch Farm wandelt sich der Weg zu einem schmalen Pfad, welcher hinter Carmyle Cottage Bahnlinie und Strasse kreuzt. Ab hier geht es über eine alte Militärstrasse nach Crianlarich.

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Habe heute den Entschluss gefasst, meine Urlaubsplanung zu ändern und mit dem Knoydart Trail den letzten Ferwanderweg wegzulassen. Stattdessen werd ich mal zwei oder drei Tage an einem Ort verbringen und nicht jeden Tag weiterwandern. Wo es mich dabei hinverschlägt weiß ich noch nicht. Entweder bleib ich in den Highlands oder fahre auf die Isle of Skye. Das Fernwandern macht Spaß, keine Frage, aber ich will mal länger an einem Ort bleiben.

Aug 312011
 

3.Etappe von Rowardennan nach Inverarnan (ca. 22,5km).
Die Tagesetappe entlang Loch Lomond :-) Nicht ganz so lang wie die gestrige, aber auch mit “Highlights”!
Nach einem ausgiebigen Frühstück hab ich die Jugendherberge Rowardennan hinter mir gelassen, um den ganzen Tag dem Ufer des Loch Lomond zu folgen. Der See hat was, nicht nur für den Runrigfan in mir. So viel Geschichten, Lieder und Gedichte ranken sich um ihn. Immer wieder begegnet man Namen wie Robert the Bruce und Rob Roy MacGregor. Aber da ist noch mehr, was mich, neben der Isle of Islay, immer wieder an gerade diesen Punkt in Schottland zieht. Und nein, es ist nicht der Whisky! Ich kann auch noch nicht sagen, was es ist.
Doch zurück zum heutigen Wandertag: von der Rowardennan Lodge geht man auf einer gut ausgebauten Forststrasse am Seeufer entlang bis Ptarmigan Lodge. Ab hier gewinnt der Weg an Höhe, passiert Rob Roy’s Prison und geht oberhalb der Schutzhütte Rowchoish Bothy in einen schmalen Waldpfad über. Nach einigem Auf und Ab erreicht man schließlich Inversnaid Hotel und Pier.

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Hier stürzt der Snaid Burn über mehrere Kaskaden in die Tiefe. Ein guter Platz für die Mittagsrast. Leider unter einem wolkenverhangenen Himmel. Aber Hey, es regnet nicht!
Hinter Inversnaid wird’s spannend. Der Weg bleibt jetzt näher am Ufer, dafür führt er beständig über Felsvorsprünge und -stufen. Der von seiner Beschaffenheit und Anforderungen schwierigste Teil des gesamten West Highland Way.
Nach kurzer Zeit passiert man Rob Roy’s Cave, eine Felsspalte, deren geschichtliche Bedeutung nicht gesichert ist. Erreicht man den Punkt, wo der Weg hinter Island I Vow den See verlässt, ist der schwierige Teil geschafft. Nach Überquerung des Bergrückens und Passage von Doune Bothy ist gegenüber von Ardlui das Nordende des Loch Lomond erreicht. Von hier geht es über den Onap Mor und hinab zum Campsite der Beinglas Farm.
Nach einem Pint Cider in der gemütlichen Bar des Campsite geht jetzt ein langer Tag seinem Ende entgegen.
@Sebastian: lieg im Zelt und räucher Midges weg!

Aug 312011
 

2.Etappe von Drymen nach Rowardennan (ca. 23km).
Heute war Langstreckentag – doch eines vorweg: Wenn man beim Anmelden in der Jugendherberge nach Datum und Wochentag fragen muss, ist man vollends im Urlaub! :-)
Doch zurück zur Tor. Bei leichtem Nieselregen ging es auf Landstrassen und Forstwegen von Drymen durch den Garadhban Forest immer Richtung Conic Hill, der ersten Herausforderung des West Highland Ways. Dabei boten sich, trotz Regen und tiefhängender Wolken, Ausblicke bis zum Firth of Clyde.
Im fordernden Anstieg, schmaler Pfad über nasse Felsstufen, zum Conic Hill hörte es auf zu regnen. Nur stand ich jetzt mitten in einer Wolke! Vom Regen in die Wolke sozusagen. Kurz unterhalb des Gipfel verschwand selbige und vor mir erstreckte sich der Loch Lomond, ein für mich irgendwie magischer Ort und eines der großen Ziele meiner Reise.

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Mit “By yarn bonnie banks, by yarn bonnie braise, were the sun shine’s bright in Loch Lomond …” ging es hinab nach Balmaha, ein Abstieg mit wirklich gemeinen Stufen, zur Mittagspause. Und wie im uralten, oben angerissenen Lied, zeigte sich die Sonne über dem See und den zugehörigen Bergrücken, an der Spitze Ben Lomond. Für mich noch so ein Ort mit Magie – werd aber nicht hochsteigen, sondern am See bleiben.

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Von Balmaha an folgt der Weg dem See. Mal direkt am Ufer und über einsame Sand- und Kiesstrände. Dann geht es wieder steil bergan und der Weg gewinnt an Höhe um eine der vielen Felsgruppen oder kleinen Halbinseln zu überwinden.

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Belohnt werden all die Kilometer mit einer Übernachtung in der Jugendherberge Rowardennan Lodge. Diese ist in einem ehemaligen Landsitz untergebracht, liegt direkt am See und bietet vom Aufenthaltsraum, welcher übrigens sehr gemütliche Sofas enthält, einen tollen Ausblick auf den See und das gegenüberliegende Ufer mit der Ortschaft Inverbeg und darüber Beinn Dubh.
So, ich fläz mich jetzt in eines der Sofas und lasse den Tag ganz entspannt ausklingen.

Aug 292011
 

1.Etappe von Milngavie nach Drymen (ca. 19km).
Morgens ging es erstmal mit dem Zug nach Milngavie, dem Ausgangspunkt des West Highland Way. Mitten in der Fußgängerzone steht dort ein Obelisk, welcher den Anfang des Weges markiert. Nach Eintragung ins Wanderernuch wird mit der Durchquerung des Muddock Country Park die Großstadt verlassen und es öffnet sich das Tor zu den Highlands.

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Man wandert meist aus Forstwegen oder entlang kleiner Straßen. Nach passieren von Craigallan Loch und Carbeth Loch erblickt man den Berg Dumgoyne, zu dessen Füßen im Strath Blane die Grenze der Highlands verläuft. Hier lohnt es sich, den Weg kurz zu verlassen.

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Es lockt Glengoyne Distillery – kein Schottlandurlaub ohne Distillerytour. Glengoyne produziert einen sehr leichten, nicht getorften Single Malt. Kein Vergleich zu den Islay Malts, aber lecker.
Der West Highland Way folgt im Strath Blane einer ehemaligen Bahnlinie. Bei Gartness verlässt er das Tal und man wandert auf der Landstraße nach Drymen. Kurz vor der Stadt liegt Easter Drumquhassle Farm. Auf dem zugehörigen Campsite hab ich mein Zelt aufgebaut und lasse den Tag entspannt ausklingen.