Aug 312011
 

3.Etappe von Rowardennan nach Inverarnan (ca. 22,5km).
Die Tagesetappe entlang Loch Lomond :-) Nicht ganz so lang wie die gestrige, aber auch mit “Highlights”!
Nach einem ausgiebigen Frühstück hab ich die Jugendherberge Rowardennan hinter mir gelassen, um den ganzen Tag dem Ufer des Loch Lomond zu folgen. Der See hat was, nicht nur für den Runrigfan in mir. So viel Geschichten, Lieder und Gedichte ranken sich um ihn. Immer wieder begegnet man Namen wie Robert the Bruce und Rob Roy MacGregor. Aber da ist noch mehr, was mich, neben der Isle of Islay, immer wieder an gerade diesen Punkt in Schottland zieht. Und nein, es ist nicht der Whisky! Ich kann auch noch nicht sagen, was es ist.
Doch zurück zum heutigen Wandertag: von der Rowardennan Lodge geht man auf einer gut ausgebauten Forststrasse am Seeufer entlang bis Ptarmigan Lodge. Ab hier gewinnt der Weg an Höhe, passiert Rob Roy’s Prison und geht oberhalb der Schutzhütte Rowchoish Bothy in einen schmalen Waldpfad über. Nach einigem Auf und Ab erreicht man schließlich Inversnaid Hotel und Pier.

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Hier stürzt der Snaid Burn über mehrere Kaskaden in die Tiefe. Ein guter Platz für die Mittagsrast. Leider unter einem wolkenverhangenen Himmel. Aber Hey, es regnet nicht!
Hinter Inversnaid wird’s spannend. Der Weg bleibt jetzt näher am Ufer, dafür führt er beständig über Felsvorsprünge und -stufen. Der von seiner Beschaffenheit und Anforderungen schwierigste Teil des gesamten West Highland Way.
Nach kurzer Zeit passiert man Rob Roy’s Cave, eine Felsspalte, deren geschichtliche Bedeutung nicht gesichert ist. Erreicht man den Punkt, wo der Weg hinter Island I Vow den See verlässt, ist der schwierige Teil geschafft. Nach Überquerung des Bergrückens und Passage von Doune Bothy ist gegenüber von Ardlui das Nordende des Loch Lomond erreicht. Von hier geht es über den Onap Mor und hinab zum Campsite der Beinglas Farm.
Nach einem Pint Cider in der gemütlichen Bar des Campsite geht jetzt ein langer Tag seinem Ende entgegen.
@Sebastian: lieg im Zelt und räucher Midges weg!

Aug 312011
 

2.Etappe von Drymen nach Rowardennan (ca. 23km).
Heute war Langstreckentag – doch eines vorweg: Wenn man beim Anmelden in der Jugendherberge nach Datum und Wochentag fragen muss, ist man vollends im Urlaub! :-)
Doch zurück zur Tor. Bei leichtem Nieselregen ging es auf Landstrassen und Forstwegen von Drymen durch den Garadhban Forest immer Richtung Conic Hill, der ersten Herausforderung des West Highland Ways. Dabei boten sich, trotz Regen und tiefhängender Wolken, Ausblicke bis zum Firth of Clyde.
Im fordernden Anstieg, schmaler Pfad über nasse Felsstufen, zum Conic Hill hörte es auf zu regnen. Nur stand ich jetzt mitten in einer Wolke! Vom Regen in die Wolke sozusagen. Kurz unterhalb des Gipfel verschwand selbige und vor mir erstreckte sich der Loch Lomond, ein für mich irgendwie magischer Ort und eines der großen Ziele meiner Reise.

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Mit “By yarn bonnie banks, by yarn bonnie braise, were the sun shine’s bright in Loch Lomond …” ging es hinab nach Balmaha, ein Abstieg mit wirklich gemeinen Stufen, zur Mittagspause. Und wie im uralten, oben angerissenen Lied, zeigte sich die Sonne über dem See und den zugehörigen Bergrücken, an der Spitze Ben Lomond. Für mich noch so ein Ort mit Magie – werd aber nicht hochsteigen, sondern am See bleiben.

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Von Balmaha an folgt der Weg dem See. Mal direkt am Ufer und über einsame Sand- und Kiesstrände. Dann geht es wieder steil bergan und der Weg gewinnt an Höhe um eine der vielen Felsgruppen oder kleinen Halbinseln zu überwinden.

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Belohnt werden all die Kilometer mit einer Übernachtung in der Jugendherberge Rowardennan Lodge. Diese ist in einem ehemaligen Landsitz untergebracht, liegt direkt am See und bietet vom Aufenthaltsraum, welcher übrigens sehr gemütliche Sofas enthält, einen tollen Ausblick auf den See und das gegenüberliegende Ufer mit der Ortschaft Inverbeg und darüber Beinn Dubh.
So, ich fläz mich jetzt in eines der Sofas und lasse den Tag ganz entspannt ausklingen.

Aug 292011
 

1.Etappe von Milngavie nach Drymen (ca. 19km).
Morgens ging es erstmal mit dem Zug nach Milngavie, dem Ausgangspunkt des West Highland Way. Mitten in der Fußgängerzone steht dort ein Obelisk, welcher den Anfang des Weges markiert. Nach Eintragung ins Wanderernuch wird mit der Durchquerung des Muddock Country Park die Großstadt verlassen und es öffnet sich das Tor zu den Highlands.

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Man wandert meist aus Forstwegen oder entlang kleiner Straßen. Nach passieren von Craigallan Loch und Carbeth Loch erblickt man den Berg Dumgoyne, zu dessen Füßen im Strath Blane die Grenze der Highlands verläuft. Hier lohnt es sich, den Weg kurz zu verlassen.

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Es lockt Glengoyne Distillery – kein Schottlandurlaub ohne Distillerytour. Glengoyne produziert einen sehr leichten, nicht getorften Single Malt. Kein Vergleich zu den Islay Malts, aber lecker.
Der West Highland Way folgt im Strath Blane einer ehemaligen Bahnlinie. Bei Gartness verlässt er das Tal und man wandert auf der Landstraße nach Drymen. Kurz vor der Stadt liegt Easter Drumquhassle Farm. Auf dem zugehörigen Campsite hab ich mein Zelt aufgebaut und lasse den Tag entspannt ausklingen.

Aug 282011
 

Bin heute auf Entdeckungstour in Glasgow gewesen. Weiß nicht, wie viele Kilometer insgesamt zusammengekommen sind, aber es hat sich definitiv gelohnt.

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People’s Palace and Winter Garden
Im Gegensatz zu Edinburgh gibt es keinen wirklich alten Stadtkern. Es dominieren mehr oder minder gelungene Neubauten mit einer Vielzahl an Geschäften. Trotz Sonntag waren fast alle Läden geöffnet und dementsprechend viele Menschen unterwegs.
Ich bin schnell zum River Clyde und dann ins Glasgow Green geflüchtet. Inmitten dieser riesigen Parkanlage steht der People’s Palace and Winter Garden, in dessen Glashaus ein nettes Café untergebracht ist.
Neben all den Entdeckungen und Eindrücken standen einige Pflichtaufgaben auf dem Programm: Einkaufen von Proviant und Brennstoff für den Kocher sowie die Frage, wo die Züge nach Milbgavie abfahren. Morgen muss ich in aller Frühe vom SYHA zur Central Station laufen.

Aug 282011
 

Flug und Reisetag geschafft! Per Bahn ging es zum Flughafen Frankfurt am Main. Ohne Stress und mit viel Zeit eingecheckt. Bei der Sicherheitskontrolle wurde meine Kamera zum ersten Mal auf Sprengstoff geprüft. Der anschliessende Flug nach Edinburgh war wegen eines Gewittersturmes leicht verspätet.
Da in Edinburgh gerade Festival ist sind viele Künstler und noch mehr Zuschauer unterwegs. Doch für mich ging es per Bus weiter nach Glasgow. Von der Buchanan Street Bus Station läuft man ungefähr 30 Minuten zur Jugendherberge. Ich wurde dabei mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt.

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Edinburgh Castle